Die Energiewirtschaft in Bildern

Kraftwerke für die Eisenbahn

Wer mit dem Zug unterwegs ist, denkt meist an Lokomotiven, Gleise oder Bahnhöfe. Doch damit ein elektrischer Zug überhaupt fahren kann, benötigt er eine ganz besondere Stromversorgung. Genau hier kommen Bahnumformer und Bahnumformerwerke ins Spiel – unscheinbare, aber unverzichtbare Bausteine des Eisenbahnnetzes.

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Warum braucht die Bahn eigenen Strom?

In Deutschland wird das Eisenbahnnetz der meisten elektrischen Strecken nicht mit dem üblichen Haushaltsstrom betrieben. Während Steckdosen Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz liefern, nutzen die Oberleitungen der Deutschen Bahn Wechselstrom mit 15 kV und einer Frequenz von 16⅔ Hz. Diese niedrigere Frequenz hat historische Gründe und erwies sich schon früh als besonders geeignet für den Betrieb leistungsstarker Elektrolokomotiven.

Da das öffentliche Stromnetz in Europa jedoch ausschließlich mit einem Sollwert von 50 Hertz arbeitet, muss die Energie zunächst umgewandelt werden. Die aktuelle Netzfrequenz beträgt 50,034 Hz.

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Was ist ein Bahnumformer?

Und er bewegt sich doch! (nach Galileo Galilei)

Ein Bahnumformer ist eine technische Anlage, die Strom aus dem öffentlichen Netz in Bahnstrom umwandelt. Früher geschah dies meist mit rotierenden Umformern – beeindruckenden Maschinen, bei denen ein Elektromotor und ein Generator auf einer gemeinsamen Welle montiert waren. Der Motor wurde mit 50-Hertz-Strom betrieben und trieb den Generator an, der daraus Strom mit 16⅔ Hz erzeugte. Heute übernehmen diese Aufgabe häufig statische Umrichter, die mithilfe moderner Leistungselektronik arbeiten. Sie kommen ohne große rotierende Maschinen aus, arbeiten effizienter und benötigen weniger Wartung. Dennoch sind viele historische Bahnumformer noch erhalten oder sogar weiterhin im Einsatz und gelten als eindrucksvolle Beispiele deutscher Ingenieurskunst.

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Das Bahnumformerwerk

Schema des Umformerwerkes Neulöwenberg Ein Bahnumformerwerk ist ein Standort, an dem ein oder mehrere Bahnumformer installiert sind. Es bildet die Verbindung zwischen dem öffentlichen Stromnetz und dem Bahnstromnetz. Der angelieferte Strom wird dort umgeformt und anschließend über ein eigenes Mittelspannungsnetz zu Unterwerken transportiert. Von dort gelangt er schließlich in die Oberleitungen, aus denen die Züge ihre Energie beziehen.
Bahnumformerwerke übernehmen dabei eine zentrale Aufgabe: Sie sorgen dafür, dass jederzeit genügend Bahnstrom zur Verfügung steht – unabhängig davon, ob gerade ein einzelner Regionalzug oder mehrere Hochgeschwindigkeitszüge gleichzeitig unterwegs sind. Durch ihre Verteilung über das Streckennetz erhöhen sie außerdem die Versorgungssicherheit. Fällt eine Anlage aus, können häufig benachbarte Werke einen Teil der Stromversorgung übernehmen.

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Technik im Wandel

Die Entwicklung der Bahnstromversorgung spiegelt den technischen Fortschritt der vergangenen hundert Jahre wider. Während früher riesige rotierende Maschinen den Takt vorgaben, dominieren heute kompakte elektronische Systeme. Dennoch verfolgen beide Technologien dasselbe Ziel: den zuverlässigen Betrieb der elektrischen Eisenbahn.

Mit dem Ausbau des Schienenverkehrs und der zunehmenden Elektrifizierung von Bahnstrecken gewinnen Bahnumformerwerke weiter an Bedeutung. Sie bilden das unsichtbare Rückgrat des elektrischen Eisenbahnverkehrs und sorgen dafür, dass Züge sicher, effizient und umweltfreundlich unterwegs sein können.

Unsichtbare Helfer des Bahnverkehrs

Für Reisende bleiben Bahnumformerwerke meist verborgen. Sie liegen oft abseits der Gleise, hinter Zäunen oder in Industriegebieten. Ohne sie würde jedoch kein elektrischer Zug fahren. Sie sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie spezialisierte Technik im Hintergrund dafür sorgt, dass der Bahnverkehr Tag für Tag zuverlässig funktioniert.

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Freileitungsseil (ACSR) 110 kV

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Die Einspeisung aus dem öffentlichen Verteilernetz erfolgt üblicherweise über eine Freileitung. Eingesetzt werden Freileitungsseile (ACSR) aus verdrillten Aluminiumdrähten mit einer Stahlseele zur mechanischen Stabilisierung.

Druckluftleitung zur Steuerung

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Eine Druckluftleitung besitzt zwei Steuer- und zwei Kontrollleitungen für die Ansteuerung von Leistungsschaltern und Trennern. Vorteilhaft ist, dass es zu keinen induktiven Kopplungen aus dem Hochspannungsnetz kommen kann. Nachteilig ist allerdings, dass Feuchtigkeit die Funktion einschränken oder verhindern kann.

HS-Schaltwarte

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Die Schaltwarte ermöglicht die Steuerung und Überwachung der Hochspannungsanlage, ohne diese selbst betreten zu müssen. Für die Bedienung sind fachkundige Personen (Schaltmeister) erforderlich.

HS-Trennschalter

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Ein Hochspannungstrenner dient zur sichtbaren Unterbrechung der Leitung im ausgeschalteten oder im Leerlaufzustand.

Durchführungsisolator

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Der Durchführungsisolator dient zur Isolation der Leiter bei der Durchführung in das Trafogehäuse (110 kV), um einen Kurzschluss (besser: Erdschluss) zum geerdeten Gehäuse des Transformators zu verhindern.

Hochspannungstransformator

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Die Umformerwerke werden aus dem Verteiler (110 kV) gespeist. Mittels des Transformators wird eine deutlich geringere Spannung bereitgestellt, da die Isolation im Umformer nicht für die Netzspannung von 110 kV ausgelegt werden kann.

PE-Erdkabel

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Die Energie wird mittels einpoliger Erdkabel für Mittelspannung unter dem Kabelableitgerüst abgenommen und in die Umformerhalle geführt. Dort verbinden Sammelschienen aus Aluminium und dicke Kupferlitzen die Kabel mit dem Umformer. Typische Spannungen für diese Art von Erdkabeln sind 1 kV bis 30 kV.

Trafoschalttafel

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Mit dieser Kontroll- und Bedieneinrichtung wird der Hochspannungstrafo eingestellt und überwacht.

110-kV-Sammelschiene

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Mit den Sammelschienen wird der elektrische Strom vom Transformator zum Kabelableitgerüst geführt.

Bahn-Umformer

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Der Umformer (ein Motor-Generator) dient zur Frequenzänderung auf die bahntypische Frequenz von 16⅔ Hz. Diese Maschine wiegt über 140 t und wird als Bahnwagen ausgeführt.

MS-Schaltanlage

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Die Schaltanlage im Mittelspannungsnetz dient zur Steuerung der abfließenden Energie. Das ist zur Ab-, Zu- und Freischaltung einzelner Abschnitte erforderlich.

MS-Wanddurchführung

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Die zweipoligen Leitungen werden durch die Wand geführt und liefern die Energie auf das Bahnnetz mit 15 kV (16⅔ Hz).

Auf Strecke

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Die nun umgerichtete und umtransformierte Energie wird auf die (Bahn-)Strecke geliefert.

Batterieanlage

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Die stationäre Batterieanlage ist eine Notstromversorgung. Der eigentliche Eigenbedarf des Werkes wird über einen separaten Eigenbedarfstransformator gespeist.

Batterie mit Batteriezellen

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Für den Notfallbetrieb besitzen die Umformerwerke Batterien mit Zellen, in welchen sich Blei- und Antimonplatten befanden und die mit verdünnter Schwefelsäure aufgefüllt wurden.